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Das Fest bleibt im Dorf

Die Dorffestgeschichte – wie alles begann

Es gibt viele Volksfeste in Österreich und Süddeutschland – aber keines ist so wie unser Dorffest. Seit 800 Jahren ist es der zentrale Punkt im Leben und Wirken eines jeden Dorfbewohners.

Jedes Jahr kommt das Dorf zusammen und feiert ausgelassen den Sommer. Die Jungen kommen aus der Stadt zurück vom Studium oder von der Arbeit, Verwandte kehren aus Übersee zurück, um mal wieder die ganze Familie zu sehen und selbst der ein oder andere Tourist verirrt sich ab und an zum Fest und kommt immer und immer wieder. Das Dorf ist ja an sich eine eingeschworene Seele, aber zum Dorffest wird es nochmal richtig gemeinschaftlich. Jeder packt an, jeder macht mit und jeder leistet seinen Beitrag. Die Kleinsten im Schultheater, die Organisatoren des Festumzugs durch das Dorfzentrum bis hin zum eigenen Bierbrauen.

Das Festbier ist nämlich was ganz besonderes. Vor 400 Jahren beschlossen die Vorfahren unseres Wirts, ein eigenes Festtagsbier zu brauen. Damals machte man noch sein eigenes Bier, bevor man es direkt Stiegl bezog. Aber das Festtagsbier, das hat Tradition. Und die will sich auch keiner nehmen lassen.

Brauen aus Tradition

Im Zentrum der Tradition steht der alte Braukessel. Der Erste soll noch aus Holz gewesen sein, aber das hat sich schnell geändert. Der jetzige Kessel aus Kupfer wird seit gut 150 Jahren vom Dorf verwendet. Zuerst braute man im Wirtshaus, 1934 hat man dann aus hygienischen Gründen Stiegl-Bier aus der Stiegl-Brauerei bezogen. Das lag zum einen daran, dass der erste Braumeister angeblich aus dem Dorf kam, zum anderen hatte man immer schon einen guten Draht zur Stieglbrauerei.

Immer wieder ein Fest ist es, wenn der Braukessel neu einmal im Jahr verwendet wird. Der Dorfwirt und der Stiegl Braumeister brauen dort in geringen Mengen das typische Festbier. Die Verkostung des Festtagsbiers gilt als inoffizielle Eröffnung des Dorffestes – es ist ja selbstredend, dass ein so einmaliges Bier durch eine strenge Kontrolle laufen muss. Und da wird jeder im Dorf zum Brau-Experten.

Ein Schock für das Dorf

Ende des Jahres ist es dann passiert. Es wurde ein Loch im Kessel entdeckt (die Dorfpost berichtete). Der Wirt ist der Meinung, dass der Braukessel nicht durch Rost oder Altersschwäche funktionsuntüchtig geworden ist. Für ihn sieht es nach Fremdeinwirkung aus. Der Bürgermeister spricht von einem Skandal und verlangte eine umgehende Untersuchung des Falles. Auch andere Bürger waren erzürnt:

Frieder Tony hat nach dem Bekanntwerden des beschädigten Kessels verkündet, dass man mit dem Föderationsbräu, einer großen Braugesellschaft, einen Deal eingehen könnte. Sie würden das Festbier nach dem altehrwürdigen Rezept brauen und es der Dorfgemeinschaft zur Verfügung stellen. In einer Abstimmung wurde dieser Vorschlag jedoch abgelehnt [Link 1. Story 2. Teil]

Im Zuge der Wahl hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Kessel wieder zu reparieren. Bei der AG „Rettet den Kessel“ sind der Wirt, der Bürgermeister, die Dorfschönheit, der Polizist, der Pfarrer und der Jäger im Team. Sie alle wollen bis zum nächsten Dorffest den Kessel durch Spenden und Aktionen wieder zum Kochen bringen.

Was bisher geschah

Viele Aktionen wurden bisher aufgebaut und abgeschlossen. Die Reparatur des Kessels ist auf einem guten Weg. Und dank der Hilfe aller Dorfmitbewohner wird der Kessel, wenn es so weitergeht, wahrscheinlich noch rechtzeitig repariert werden können.